„Mannheimer Morgen“ schreibt

Gepostet am Feb 18, 2013

Unterhaltung vom Feinsten von Altmeister Peter Horton mit dem intimen Programm „Personalissimo“ im gut besuchten Mannheimer Capitol

Virtuoser Musiker, gereifter Poet

Von unserer Mitarbeiterin Christina Altmann

„Wenn du nichts hast, als die Liebe, dann gib Acht, dass du den Zug, in dem sie sitzt, nicht versäumst“ – Peter Horton hält sich an die Ermahnung seines Songs, hat den Lebenszug, in dem seine große Leidenschaft zur Musik reist, nicht verpasst. Mit vielen neuen poetischen Liedern, einem virtuosen Gitarrenspiel und einem schmunzelnden Auszug aus seinen aphoristischen Texten bewies er nun im gut besuchten Mannheimer Capitol, wie sehr er seine Liebe gepflegt und ausgereift hat.

Die Bühne ist Nebensache

Ein Hocker, ein Mikrofon und zwei Gitarren – mehr braucht Peter Horton nicht. Die Bühne ist Nebensache und daher kahl ohne bombastischen Aufbau von Technik und Beleuchtung; allein der Chansonnier und Gitarrist zählt, der locker im schlichten Hemd seine Gedanken, Erinnerungen, Erfahrungen offenbart. Seine Lieder erzählen von der Liebe, dem Kontrast zwischen Mann und Frau (Poet und Poesie), von den Menschen, die sich in Ziellosigkeit und Ärger über das Haar in der Suppe verlieren, von der Natur („Regenbogen muss man nicht bemalen“), die untergeht („Am Morgen, als die Vögel nicht mehr sangen“) oder sich selbst überlassen ihren eigenen Weg sucht: „Wilde Gärten“ zeigen ihre Schönheit, wie Menschen, die zu ihrem Älterwerden stehen, sinniert er und hält dem nachdenklich gewordenen Publikum mit seiner kunstvollen Version von Jacques Préverts „Les feuilles mortes“ … Liebe und Leben vor Augen.

„Ich bin kein Broker und kein Fabrikant, ich bin Musikant“, singt Peter Horton und als solcher will er versöhnen mit Tönen. Das gelingt ihm auch, nicht zuletzt durch sein grandioses Gitarrenspiel. Immer wieder verschmilzt seine sonore Stimme mit einem jazzigen Blues, einem mitreißenden Bossa Nova oder einem rasselnden Flamenco und malt die unterschiedlichsten Klanggemälde.

Sanft mahnen die Texte

So philosophisch und sanft mahnend seine Liedtexte, so hintergründig und verschmitzt sind die Aphorismen und Geschichten, die Peter Horton als Buchautor zeigt. … So gab es neben Chansons vom Feinsten auch Erheiterndes und das Publikum dankte diesem so bescheidenen Künstler für einen Abend voller wohltuender stiller Denkanstöße mit langem Applaus.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 16.02.2013